Überblick
Beschwerdenmanagement am Telefon
Beschwerdenmanagement am Telefon |
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Reklamationsmanagement
am Telefon
75 %
der zu Mitbewerbern wechselnden Kunden stören sich an mangelnder
Servicequalität. Negative Erfahrungen werden doppelt so schnell weitergegeben
als positive („Bad news travel fast“). Aber: 95 % der verärgerten Kunden bleiben
Ihrem Unternehmen treu, wenn das Problem innerhalb von fünf Tagen gelöst wird.
Reklamationsmanagement
ist für viele Unternehmen immer noch ein Fremdwort. Die Folgen sind gestresste Mitarbeiter
und frustrierte Kunden, die sich vom Unternehmen abwenden. Dabei birgen die
Anrufe unzufriedener Kunden eine große Chance: So nah kommt das Unternehmen an die
(wenn auch negativen) Gefühle seiner Kunden nicht mehr heran. Hier besteht die
Möglichkeit, aus unzufriedenen loyale Kunden zu machen. Sie erhalten auf direktem
Wege Rückmeldungen über verbesserungsbedürftige Bereiche (insbesondere über die
Auftragsbearbeitung). Voraussetzung: Der Mitarbeiter erkennt und nutzt die im
Reklamationsgespräch mitschwingende Beziehungsbotschaft.
Reklamationsgespräche
weisen im Vergleich zu anderen Gesprächstypen folgende Besonderheiten auf:
·
Sie stellen eine spezielle Art von
Problemgesprächen dar (sie enthalten folgende Elemente: Beschwerde, Konflikt,
Beratung, Verhandlung, Argumentation)
·
Die Darstellung des Problems erfolgt mittels einer
Beschwerde durch den Kunden
·
Das die Beschwerde auslösende Problem ist für den
Kunden schwerwiegend
·
Nach Auffassung des Kunden ist nicht er für die
Entstehung des Problems verantwortlich
·
Aus der Beschwerde ergeben sich bestimmte
Nachfolgeprobleme, die im Gespräch zu bearbeiten sind
Eine
der Hauptsünden, die ein Mitarbeiter begehen kann, besteht darin, Beschwerde
sofort rein sachbezogen zu bearbeiten: Sie erfragen sofort routinemäßig die
Kundennummer, belehren den Kunden in langatmigen Monologen („Ich versuche Ihnen
das mal zu erklären...“) und präsentieren dem Kunden vorschnelle und
unausgegorene Lösungen.
Die
emotionale Botschaft ignorieren sie jedoch häufig. Eine Reklamation erfolgt vor
allem auf der Beziehungsebene: Der Kunde will erst einmal seinen Frust
loswerden. Die Beziehung zu anderen Menschen wird jedoch nicht nur durch die
(positive, eindeutige und aktive) Wortwahl beeinflusst, sondern vor allem durch
die Stimme und Körpersprache. Die Stimme ist Ihr wichtigstes Medium am Telefon.
Aber auch die Körpersprache spielt am Telefon eine wichtige Rolle. Ihr
Gesprächspartner nimmt wahr, ob Sie grimmig dreinblicken und sich im Stuhl
lümmeln oder lächeln und aufrecht sitzen.
Beispiel:
Statt „Ich werde versuchen herauszubekommen, wann mein Kollege am Platz ist.“ besser:
„Herr Kunde, ich kümmere mich persönlich um Ihr Anliegen und rufe Sie in 10
Minuten zurück.“. Nehmen Sie dabei einen aufrechten Sitz ein, mit beiden Füßen
auf dem Boden.
Wichtiger als Ihre Worte ist das Zusammenspiel von
Wortwahl, Körpersprache und Stimme am Telefon.
aus: Souverän telefonieren - Link:
Seminarinhalte
Literaturhinweise:
- Thieme, K / Steffen, W.: Call Center - Der professionelle
Dialog mit dem Kunden, mi, 1999
- Schefer, I.: Und täglich nervt das Telefon..., in: managerSeminare,
Heft 69, September 2003 |



