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Fremdwörtern und Fachbegriffe
Fremdwörtern und Fachbegriffe |
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Vorsicht vor Fremdwörtern und Fachbegriffen
Das Hinüberdämmern der
Kunden angesichts ellenlanger Ausführungen ist manchen Verkäufern nicht
verborgen geblieben. Sie haben Abhilfe geschaffen, in dem sie Fremdwörter und
Fachchinesisch einsetzen. In einem Buch über Kommunikation tauchte folgender
unsinniger, mit Fremdwörtern überfrachteter Satz auf:
„Wer eine permanente
kommunikative Insuffizienz eliminieren will, um selbst eine restriktive Entkulturation
zu verhindern, und vice versa die emotionale Internalisierung präformiert,
sollte auf eine eigene utilitäre Eloquenz quasi als Conditio sine qua non
rekurrieren und insolente Insimulationen negieren, die ohnehin nur affektlabile
Loquazitäten induzieren.“
Die Sinn-Übersetzung ist
sehr schwierig, denn mit den vielen unnötigen Fremdwörtern wird eben das
verhindert, was Satz ausdrücken soll:
„Wer sich mit anderen
gut verständigen will, sollte auf seine eigene Beredsamkeit achten und nicht
unverschämte Verdächtigungen aussprechen.“
Jedes Fremdwort
ist ein Reiz, jeder Fachbegriff, den nur Experten verstehen, ebenso. Das
hält den Kunden wach, denn er muss sich fragen, was dieser Ausdruck denn nun
bedeutet, den der Verkäufer ständig benutzt („integratives
Controlling-Instrument“). Diese Unsitte wird noch gesteigert, wenn die
eingestreuten Begriffe aus dem Englischen kommen. Manche stoßen auf
Ablehnung (v.a. Amerikanismen): Man-Power, Performance Management, Front End
Gestaltung. Nur ein Teil davon ist Allgemeingut.
Oft gibt es jedoch für
englische Begriffe keine sinnvolle deutsche Übersetzung. Ein Buying-Center ist
nun mal kein „Einkaufs-Zentrum“, obwohl es das Zentrum des Einkaufs ist.
Verwenden Sie in solchen Fällen - und nur in solchen - das englische Original,
wenn es Ihrem Kunden klar ist. Eine dezente Erläuterung, die einem mit der
Terminologie nicht vertrauten Kunden nicht brüskiert, sollten Sie in jedem Fall
parat haben.
Anders sieht es aus,
wenn der Kunde ebenfalls ein Fachmann auf dem gleichen Gebiet ist. In
diesem Fall ist es richtig, Fachvokabular zu verwenden, um die gemeinsame Ebene
zu unterstreichen. Gefahren für den Kontakt zwischen den Partnern besteht
jedoch dann, wenn Anglizismen und Fachwörter überbetont werden. Wenn Sie als
Verkäufer Fachchinesisch einsetzen, entsteht ein gefährliches Spiel mit zwei Ebenen.
Auf der einen Seite steht der Verkäufer, der durch seine Sprache andeutet, zu
einem elitären Zirkel zu gehören, bei dem nicht jeder mitreden kann. „Mitreden“
ist hier wörtlich gemeint. Unter der psychologischen Lupe betrachtet soll mit
diesem Verhalten im Kunden die Hoffnung ausgelöst werden, durch einen Kauf auf
die höhere Ebene des Verkäufers zu gelangen. Wir kennen dieses Spiel aus der
Werbung: Wenn wir ein Produkt kaufen, das von einem Star beworben wird, stellt
sich automatisch der Glaube ein, mit dem Kauf dieses Produktes ein kleines
Stück in die Nähe des Stars zu rücken.
Die subjektive
Komponente wirkt hier sehr stark. Doch dieses Spiel geht niemals gut aus. Eine
dauerhafte Partnerschaft lässt sich auf dieser Basis nicht aufbauen. Am
längeren Hebel sitzt der Kunde, der immer einen Weg findet, den Verkäufer zu
düpieren und zu zeigen, dass nur nach seinen Regeln gespielt wird. Der
Verkaufsprofi sucht und findet daher immer zunächst die Ebene des
Gesprächspartners.
Tipp: Fachidiot schlägt Kunde tot! Überlegen Sie bei
Fremdwörtern und Fachbegriffen, ob diese Ihrem Gegenüber bekannt sind. Drücken
Sie sich einfach aus. Gute Verkäufersprache ist eine einfache Sprache!
Sollten Sie dennoch den
Kunden mit Fremdwörtern beeindrucken wollen, gibt es hierzu ein hervorragendes
Mittel: das Schnellformuliersystem.
Wie Sie beim Formulieren unschlagbar werden! Jahrelang hat sich Philip Broughton, Beamter im US-Gesundheitsdienst, durch das etymologische Dickicht geschlagen, bis er auf eine bombensichere Methode stieß, Frustrierung in Befriedigung (formuliergemäß) zu wandeln. Das „automatische Schnellformuliersystem“ stützt sich auf eine Liste von dreißig sorgfältig ausgesuchten Schlüsselwörtern:
Die Handhabung ist
einfach. Denken Sie sich eine beliebige dreistellige Zahl und suchen Sie die
entsprechenden Wörter in jeder Spalte auf. Die Nummer 257 zum Beispiel ergibt
„permanente Fluktuationspotenz“, ein Ausdruck, der praktisch jedem Bericht eine
entschiedene, von Fachwissen geprägte Autorität verleiht. „Keiner wird im
Entferntesten wissen, wovon Sie reden“, sagt Broughton. „Aber entscheidend ist,
dass niemand wagen wird, es zuzugeben.“
„Nichts ist schwerer, als
bedeutende Gedanken so auszudrücken,
dass sie jeder verstehen
muss.“
Schopenhauer
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