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Kompetente Sprache

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  • Ein „Ja, Aber“ macht alles zunichte, was zuvor gesagt wurde. Ihr Kunde wendet auf Ihre Argumentation ein: „Der Preis ist ganz schön hoch.“ Sie antworten: „Ja, ein hoher Preis, aber dafür erhalten Sie auch einen erstklassigen Service!“ Die Antwort beginnt mit einer Anerkennung des Einwandes. Das „aber“ nach dem Komma setzt jedoch wieder alles außer Kraft. Lassen Sie das „aber“ einfach weg. Sofort ist Ihre Aussage angenehmer. Alternativ verwenden Sie „und“ statt „aber.“ Damit entkräften Sie den Einwand: „Ja, und gerade deshalb erhalten Sie einen erstklassigen Service!“
  • Ein „trotzdem“ sagt ganz deutlich aus: Es ist mir egal, was Du willst! Sie diskutieren mit Ihrem Kunden über ein neues Produkt und wollen ihn zum Abschluss eines Kaufvertrages bewegen. Ihr Kunde zögert. Sie sagen: „Ich verstehe, dass Sie sich nicht gleich entscheiden wollen. Trotzdem wäre es besser, wenn Sie heute noch bestellen.“ Sie „trotzen“ all dem, was Ihrem Kunden wichtig ist und erzeugen Widerstand. Haben Sie wirklich Verständnis für Ihren Kunden, drängen Sie ihn nicht. Lassen Sie „trotzdem“ einfach weg und hinterfragen Sie die Motive: „Ich verstehe, dass Sie sich noch nicht gleich entscheiden können. Was müssen wir noch klären, damit Sie bestellen können?“ Alternativ: „Ich verstehe, dass Sie sich noch nicht gleich entscheiden können, und genau deshalb lassen Sie uns einmal überlegen, welche wichtigen Fragen noch offen sind.“
  • Wenn Sie „dagegen“ sind, wissen Sie und andere noch nicht, wofür Sie sind. Ihr Arzt sagt Ihnen, dass Sie zehn Kilogramm Übergewicht haben. Sie sagen: „Das ist ja furchtbar. Ich muss sofort etwas dagegen tun.“ Sie beraten einen Kunden bei seiner Unternehmensstrategie. Er trägt zwei Optionen (Kostensenkung und Leistungsverbesserung) vor. Sie sagen: „Ich bin dagegen, dass wir an den Kosten ansetzen.“ Ihr „dagegen“ konzentriert sich in beiden Fällen auf den Aspekt, den Sie nicht wollen. Sie denken in der Weg-von-Strategie, d.h. unkonkret und nur Problem vermeidend, statt das auszudrücken, was Sie wollen. Entscheiden Sie sich „dafür“ oder „für etwas“. Das ist ein klares positives Ziel! „Das ist eindeutig. Ich treibe dafür ab sofort Sport.“ „Ich bin hier klar für die Strategie der Leistungsdifferenzierung.“
  • Ein schroffes „Doch“ ist rücksichtslos und unhöflich! Ihr Mitarbeiter appelliert an Sie: „Das können Sie mir nicht antun.“ Ihre knappe Antwort: „Doch!“ Überlegen Sie sich sehr genau, ob Sie die negative Wirkung eines schroffen „Doch“ beabsichtigen. Verwenden Sie freundlichere und sanftere Übergänge: „Darum biete ich Ihnen einen Kompromiss an.“ Bieten Sie also Lösungen an statt Machtkämpfe auszutragen.
  •  „Ehrlich gesagt“ klingt so, als ist Ehrlichkeit die große Ausnahme. Sie führen eine Präsentation vor mehreren Kunden vor und haben den Faden verloren: „Also ehrlich gesagt: Ich weiß gerade nicht weiter.“ Was sollen die Zuhörer von Ihnen halten, wenn Sie bei dieser Panne Ihre Ehrlichkeit hervorheben. Was sind Sie denn sonst? Unehrlich? Wortwörtlich ist die Aussage „Der Vortrag war gut, ehrlich!" eindeutig formuliert. In der Aussage ist jedoch eingeschlossen: Jetzt meine ich es ehrlich, der Vortrag war gut. Alles was ich sonst gesagt habe, ist damit nicht unbedingt ehrlich gemeint.
  • Vermeiden Sie ein generelles „Nein“. In den meisten Fällen meinen Sie ohnehin nur „jetzt nicht“ oder „so nicht“. Hier einige typische Redewendungen, die fast immer nur in der verneinten Form verwendet werden: „Nein! Das können wir nicht machen.“ „Nein! Ihre Idee ist nicht realisierbar.“ Nein, dafür habe ich keine Zeit.“ Ein „Nein“ wirkt genauso abweisend wie ein „Doch“. Es ist etwas Abgeschlossenes und endgültig Entschiedenes: aus, Schluss und vorbei. Es gibt nichts mehr zu besprechen. Besser: Vermeiden Sie ein generelles „Nein“. Drücken Sie Ihre ablehnende Haltung sehr speziell aus: „Das können wir so nicht machen.“ „Diese Idee ist jetzt nicht realisierbar.“ „Ich habe dafür im Augenblick keine Zeit.“ Diese Form klingt viel positiver, annehmbarer und lässt künftige Möglichkeiten offen.
  • Mit „Nur“ und „Bloß“ werten Sie (eigene und fremde) Worte, Handlungen und Leistungen ab. „Ich sage bloß meine Meinung.“ „Ich bin hier nur der Verkäufer.“ „Ich weiß nur, dass...“ Was haben Sie davon, wenn Sie „bloß“ Ihre Meinung sagen oder „nur“ der Verkäufer sind? Das ist einschränkend, abwertend und, wenn Sie es auf andere Menschen beziehen, kränkend. Sie drücken so einen Mangel an Persönlichkeit aus. Beschreiben Sie sich selbst und andere positiv und mit Stolz: „Das ist meine Meinung.“ „Ich bin Verkäufer.“ „Ich weiß, dass...“ Streichen Sie „nur“ und „bloß“ einfach.
  • Auch wenn Sie Recht haben: Ihr „Falsch“ zwingt Ihren Gesprächspartner verbal in die Ecke. Ein Mitarbeiter macht äußere Umstände für eine Kundenstornierung verantwortlich. Sie wissen, dass er selbst Fehler gemacht und den Kunden verärgert hat. Sie sagen: „Falsch! Diesen Fehler haben allein Sie zu verantworten!“ Ein Kunde sagt Ihnen, dass der Mitbewerber preiswerter sei. „Sie entgegnen: „Das ist falsch! Sie vergleichen unterschiedliche Mengen.“ Ein solches „falsch“ drückt Rechthaberei aus. Es geht nur darum, den Gesprächspartner zurechtzuweisen, nicht jedoch um die wahren Gründe oder gar die sachliche Lösung. Streichen Sie das „falsch“ ersatzlos und hinterfragen Sie die Aussage Ihres Gegenüber.
  • Wer „Gegen“ ist, ist gegen eine genaue Terminfestlegung. Am Ende eines Telefonats sagen Sie dem Interessenten: „Ich rufe Sie morgen gegen 10 Uhr an.“ „Gegen“ sagt aus, dass Sie sich nicht genau festlegen wollen: Der Kunde schließt daraus, dass Ihre gesamte Arbeitsweise ungenau und unzuverlässig ist. Haben Sie den Mut zur Aussage. Legen Sie sich fest. Zeigen Sie dem Gesprächspartner, dass er mit Ihnen rechnen kann: „Ich rufe Sie morgen um 10 Uhr an.“
  • Mit der „motivierenden Negation“ gestalten Sie Ihr Nicht-Zustimmen viel annehmbarer und höflicher. Oft sind Sie in der Situation, anderen etwas Unangenehmes oder anderen Ihre deutliche Ablehnung mitteilen zu müssen: „Was Sie gerade gesagt haben, ist falsch.“ „Sie haben das Ziel verfehlt.“ „Da muss ich Ihnen widersprechen.“ „Ihre Aussage ist eine reine Behauptung.“ Sicher ist es für Sie wichtig, Ihre Meinung eindeutig zu vertreten und dabei auch die Meinung zu sagen. Die Frage ist, was Sie mit Ihrer Aussage letzten Endes bewirken wollen. Geht es Ihnen um reine Rechthaberei? Oder wollen Sie Ihre nicht zustimmende Haltung zum Ausdruck bringen und sich und anderen gleichzeitig Perspektiven für die Zukunft offen halten? In jedem Fall existieren bessere Möglichkeiten, Unangenehmes mitzuteilen. Nutzen Sie die „motivierende Negation“: „Was Sie gerade gesagt haben, ist nicht ganz wahr.“ „Sie haben das Ziel nicht ganz erreicht.“ „In diesem Punkt stimme ich Ihnen nicht zu.“ „Ihre Aussage entspricht nicht ganz den Tatsachen.“ „Das ist zwar nicht genau richtig, aber auch nicht exakt falsch.“ So lenken Sie die Betonung auf das angestrebte Ziel.
  • „Für Sie empfiehlt sich“ und „Ich bitte Sie“ wirkt auf andere wie Zaubersprache. Es klingt wohlwollend und positiv. Allzu oft formulieren wir unser Anliegen in Aussagen wie: „Sie sollten sich bald entscheiden.“ „Sie müssen daran denken, dass...“ „Sie sollten sich erst erkundigen.“ Jeder Mensch liebt das Recht auf eine freie Entscheidung und das Gefühl, eine Wahl zu haben. Wenn Sie mit Aufforderungen wie „Sie sollten...“ oder „Sie müssen...“ argumentieren, setzen Sie Ihren Gesprächspartner, gewollt oder ungewollt, unter Druck. Sie provozieren Widerstand und ein deutliches „Nein“. Sagen Sie lieber: „Für Sie empfiehlt sich“. Sie zeigen, dass es Ihnen um das Wohlergehen und die freiwillige Entscheidung des Kunden geht. „Empfehlen“ ist ein positiver, kraftvoller Begriff. Ein Zauberwort! „Ich empfehle Ihnen, sich bald zu entscheiden.“ „Ich empfehle Ihnen, daran zu denken, dass...“ „Ich empfehle Ihnen, sich erst zu erkundigen.“ Alternativ: „Ich bitte Sie, sich bald zu entscheiden.“ „Bitte denken Sie daran: ...“. „Ich bin Ihnen dankbar, wenn Sie sich erst erkundigen.“
  • Unkonkrete Verben verhindern, dass sich der Sprecher festlegt. Immer wieder drücken sich Menschen unpräzise aus: „Haben Sie sich schon an die Arbeit gemacht?“ „Wir tun, was möglich ist.“ „Können Sie das für mich tun?“ „Diese Idee beschäftigt mich.“ Wenn Sie Verben wie „machen“, „beschäftigen“ und „tun“ in Ihrer Sprache verwenden, lassen Sie viel Spielraum für Deutungen zu. Sie legen sich nicht eindeutig fest. Hier gilt: Wenn Sie dies bewusst wollen, können Sie natürlich so reden. Ein Top-Verkäufer zeichnet sich jedoch durch eine präzise Sprache aus: „Haben Sie schon angefangen, sich in das Programm einzuarbeiten?“ „Wir liefern, so schnell es geht.“ „Ich prüfe die Vor- und Nachteile dieser Idee.“
  • Synonyme (Wörter mit gleicher Bedeutung) belasten den Zuhörer und sagen nichts Neues. „Der Geschäftsführer sagte einmal...“ „Ferner gab der Chef des Hauses zu bedenken, dass...“ „Aus dem Mund des Mannes, der die Hauptverantwortung trägt, war zu hören, dass...“. Besser: den Geschäftsführer beibehalten.
 
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