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Mentale Voraussetzungen bei unfairen Angriffen

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Mentale Voraussetzungen für die Abwehr diabolischer Techniken

Sich gegen jegliche unfairen und emotionalen Angriffe „ruhig und sachlich“ zu wehren, erfordert unabhängig von rhetorisch-dialektischen Mitteln - zunächst eine hohe Selbstdisziplin und ein gefestigtes Selbstwertgefühl. Beides können Sie nicht einfach installieren: bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen sind bereits von Geburt an in uns angelegt. Die Entwicklung unseres Selbstwertgefühls ist in hohem Maße abhängig von den Sozialisationsphasen und kann sich z.B. durch eine problematische frühe Phase sehr negativ darstellen. Umgekehrt ist selbständiges Handeln und kritisches Hinterfragen Ausdruck eines hohen Selbstwertgefühls.

Daneben wird das Verhalten eines Menschen durch Situationen beeinflusst, die in ähnlicher Weise schon einmal negativ erlebt wurden, z.B. Ereignisse, die uns schadeten oder Personen, gegen die wir „verloren“ haben bzw. die „stärker“ als wir waren. Viele Menschen fühlen sich schon unsicher, wenn sie nur einer sehr selbstbewusst auftretenden Person gegenüber stehen, weil sie Autorität und autoritäres Verhalten nicht unterscheiden können.

Wider das diabolische Instrumentarium - 3 Tipps zur Abwehr unfairer Angriffe:

Entwickeln Sie die „richtigen Antennen“!

Lassen Sie sich nicht durch das gegnerische Verhalten einlullen, unterbuttern oder über den Tisch ziehen! Erkennen Sie, wenn hier etwas faul ist (Stichwort: Sensibilisierung): an den gesprochenen Worten oder an der Körpersprache des Angreifers.

Entwickeln und demonstrieren Sie Selbstbewusstsein!

Selbstbewusstsein lässt sich nicht wie ein Pullover überstülpen. Es entsteht aus einem intakten Selbstwertgefühl. Dieses ist leicht anzukratzen. Haben wir nicht von klein an gelernt: „Das kannst Du nicht!“, „Lass mich mal ran!“, „Spiel nicht den Helden!“ (Motto: Wer kriecht, kann nicht fallen.“)

Schärfen Sie ihr Selbstwertgefühl nach dem Grundsatz: „ich bin ich, und Du bist Du.“. Was immer der Andere hat (z.B. Titel, Ansehen, Vermögen), handeln Sie nach der Devise: „Behandle mich als Mensch - und auch ich werde Dir als Mensch begegnen.“

Lassen Sie es nicht zu, dass die Emotionen Ihren Verstand ausschalten (emotionale und spontane Reaktionen entspringen dem Reptiliengehirn / limbischen System, d.h. dem ältesten Gehirnteil). Hier einige Alltagsübungen, um sich zu wappnen und nicht ins offene Messer zu laufen:

·                Wurde Ihnen auch eingetrichtert, Amtspersonen mit Respekt zu begegnen?

·                Sprechen Sie einen Polizisten laut, aber freundlich auf der Straße an und fragen ihn z.B., was seine Dienststelle für die Sicherheit der Schulkinder tut (Verkehrsüberwachung, Blitzanlagen, 30er-Zonen etc.).

·                Machen Sie aus Behördengängen eine fröhliche Runde: Treten Sie in eine Amtsstube ein ohne zu klopfen und reden Sie einfach drauflos oder fragen Sie irgendetwas. (Woher sollen Sie denn wissen, dass Sie da nicht rein dürfen?

·                Im Supermarkt: Wenn nur eine Kasse besetzt ist und die Warteschlange lang, machen Sie Ihrer Empörung Luft: „Wo bleibt die Besetzung der anderen Kassen? Wir sind Kunden und keine Bittsteller!“ Von den anderen Kunden bekommen Sie viel Zustimmung - meist werden schnell die anderen Kassen besetzt.

·                In unserer modernen Industriegesellschaft haben wir das Handeln verlernt (im Gegensatz zu arabischen, asiatischen und afrikanischen Kunden): Stellen Sie sich im Laden ein paar Klamotten zusammen und fragen Sie den Verkäufer nach Rabatt. Lehnt dieser ab, lassen Sie den Abteilungsleiter kommen und verhandeln Sie mit ihm weiter - und schon wieder haben Sie geübt.

·                Ärgert Sie auch, wenn ein Kellner, gerüstet mit Block und Bleistift, ungeduldig auf Ihre Bestellung wartet, obwohl Sie die Speisekarte gerade erst aufgeschlagen haben? Jeder gute Kellner hat psychologische Fähigkeiten und schätzt Sie ein, wie Sie das Lokal betreten, Platzwünsche äußern und Ihre Bestellung aufgeben: Weichei, Durchschnitt oder Vorsicht!

-                 Bleiben Sie nicht zaghaft vor der Eingangstür stehen, sondern gehen Sie selbstbewusst durchs Lokal.

-                 Bleiben Sie an einem Tisch stehen, der Ihnen gefällt (alternativ: lehnen Sie die ersten beiden Tische kategorisch ab).

-                 Signalisieren Sie, dass Sie sich mit dem Standard nicht zufrieden geben: Bitten Sie sofort um einen weiteren Aschenbecher oder eine Kerze.

-                 Beantworten Sie die sofortige Banausenfrage nach Getränken: „Getränke müssen bei uns zum Essen passen. Bitte um etwas Geduld.“

-                 Stehen Sie bei Nichtbeachtung auf, gehen Sie zum Ober und geben Sie Ihre Bestellung ab.

-                 Bezahlen Sie die Rechnung nicht unkommentiert: Lassen Sie sich die einzelnen Posten erklären und fordern Sie einen finanzamttauglichen Beleg ein (Ausnahme: Herren in Damenbegleitung).

·                Die lieben Nachbarn, Bekannte und Kollegen: alles kostenlose Sparringspartner! Beispiel Kollege: Provozieren Sie eine Antwort durch ein bewusst eingesetztes Reizwort: „Heute halte ich verschiedene Dinge offen! -; ein interessanter Test kann beginnen:

-                 Sie wollen sich sicher einige Optionen offen halten“ = positive Antwort eines Kollegen, der sich für Ihre Meinung interessiert - mit dem lässt sich gut auskommen.

-                 „Sie meinen damit doch nicht Ihr Mundwerk!“ = humorvoller Kollege, der eine gute Gelegenheit zum Fight gibt: „Dass Sie so gut lügen können, Herr Kollege...“ - ein Wunschkollege!

-                 „Was an Ihnen offen ist, findet man rückseitig...“ = übler Kollege, der verletzen will - da hilft nur der Hammer: „Ich leiste mir eben heute das, was Sie immer haben: ein Opening am verlängerten Rückgrat!“

Fragen, fragen und nochmals fragen!

Nichts erschüttert einen diabolischen Rhetoriker mehr als ständiges Hinterfragen und permanentes Infragestellen seiner Aussagen! Tipp: Weniger reden, gut zuhören, mehr fragen!

 

Das Fragezeichen ist der Ausweis der Gebildeten, wie der Punkt der des Halbgebildeten.

Hans Kudszus

 
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