Eine gute
Verkäufersprache ist eine einfache Sprache. Verwenden Sie die KISS-Formel:
Keep It Short and Simple. Oder auf Deutsch: KUSS: kurz und sehr simpel.
Verkürzen Sie mit der 12/6/3-Regel Wörter, Sätze und Absätze:
Vermeiden
Sie modische Worthülsen, Floskeln und Füllwörter
Stellen Sie sich vor:
Sie sitzen zu Hause in Ihrer Wohnung. Es klingelt an der Haustür. Sie machen
auf. Draußen steht ein Herr im Zweireiher, sauber gescheitelte Frisur, in der
rechten Hand eine Ledertasche. Er sagt: „Guten Tag. Darf ich Sie auf die
innovative Produktpalette eines zukunftsorientierten Unternehmens aufmerksam
machen?“ Wie ist es um Ihre Lust bestellt, diesen Herrn herein zu bitten? Wenn
Sie wie die Mehrheit der Menschen veranlagt sind, bei Null. Das ist
unglaubhaftes Blabla. Es geht in das rechte Ohr rein, in das linke Ohr raus:
Teamorientiert,
kommunizieren, dynamisch, zukunftsorientiert, innovativ, Kernkompetenz;
modifizieren, effektiv, flexibel, effizient, optimal, prozessorientiert,
professionell, Qualität... „Qualität“ ist ein Wort, welches Sie im
Verkaufsgespräch niemals verwenden sollten. Jeder versteht unter Qualität etwas
anderes: Der Verkäufer die lange Lebensdauer und die gute Ersatzteilversorgung,
der Kunde das komfortable Bedienungssystem und die robusten Materialien.
Bitte
lesen Sie die folgenden 3 (Haupt-)Worte so oft, bis Sie diese auswendig können:
„Weggang“,
„Hilfe“, „Handlung“.
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Sie jetzt die Augen, wiederholen Sie diese Worte und achten nur auf Ihr
Bauchgefühl: welche Gefühlsregung haben Sie hierbei? Wiederholen Sie jetzt die
nachfolgenden 3 Wörter (Verben) ebenfalls so oft, bis Sie auch diese auswendig
können:
„Weggehen“,
„helfen“, „handeln“.
Schließen
Sie wieder die Augen, wiederholen Sie die Wörter und achten auf Ihr Bauchgefühl:
welche Gefühlsregung verspüren Sie jetzt? Das Ergebnis lautet: Verben
lösen im Normalfall mehr Bauchgefühl aus als Hauptwörter! Bei Gesprächen
hören wir oft Sätze wie: „Die
Hauptaufgabe besteht in der Erlangung der Marktführerschaft.“ Das ist das
Gegenteil von bildhafter Sprache, nämlich Amtsdeutsch.
Ein „Ja, Aber“ macht alles zunichte, was zuvor gesagt wurde. Ihr Kunde wendet auf Ihre
Argumentation ein: „Der Preis ist ganz schön hoch.“ Sie antworten: „Ja, ein
hoher Preis, aber dafür erhalten Sie auch einen erstklassigen Service!“ Die
Antwort beginnt mit einer Anerkennung des Einwandes. Das „aber“ nach dem Komma
setzt jedoch wieder alles außer Kraft. Lassen Sie das „aber“ einfach weg.
Sofort ist Ihre Aussage angenehmer. Alternativ verwenden Sie „und“ statt
„aber.“ Damit entkräften Sie den Einwand: „Ja, und gerade deshalb erhalten Sie
einen erstklassigen Service!“
Was
können Sie tun, um Ihre Kunden direkt in das Gespräch miteinzubeziehen und zu
überzeugen? Bei jeder Aussage kommt es darauf an, von wem sie stammt. Denn wir
messen der Aussage umso größeres Gewicht bei, je höher unsere Wertschätzung für
die Person ist, welche die Aussage trifft.
Nehmen
wir an, drei Personen - Ihr Nachbar, der Chef Ihres Unternehmens und ein
anerkannter Börsenexperte - sagen Ihnen, welche Aktien Sie kaufen sollen.
Welche Meinung übernehmen Sie? Das hängt stark davon ab, ob Sie Ihren Nachbarn,
Ihren Chef oder den Börsenguru für besonders kompetent halten, ein Urteil über
Aktien abzugeben. Wie denkt Ihr Kunde über die Urteile, die Sie im Verlauf
eines Verkaufsgespräches abgeben? Richtig, sein Urteil hängt davon ab, wie
stark er Ihre Meinung schätzt. Nur: Im Raum befindet sich mindestens eine
Person, deren Meinung er höher einschätzt als Ihre: er selbst. Das ist ein
natürlicher Zug von uns Menschen und hat nichts mit Überheblichkeit zu tun.
Mentale
Voraussetzungen für die Abwehr diabolischer Techniken
Sich gegen jegliche
unfairen und emotionalen Angriffe „ruhig und sachlich“ zu wehren, erfordert
unabhängig von rhetorisch-dialektischen Mitteln - zunächst eine hohe
Selbstdisziplin und ein gefestigtes Selbstwertgefühl. Beides können Sie nicht
einfach installieren: bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen sind bereits
von Geburt an in uns angelegt. Die Entwicklung unseres Selbstwertgefühls ist in
hohem Maße abhängig von den Sozialisationsphasen und kann sich z.B. durch eine
problematische frühe Phase sehr negativ darstellen. Umgekehrt ist selbständiges
Handeln und kritisches Hinterfragen Ausdruck eines hohen Selbstwertgefühls.
Daneben wird das
Verhalten eines Menschen durch Situationen beeinflusst, die in ähnlicher Weise
schon einmal negativ erlebt wurden, z.B. Ereignisse, die uns schadeten oder
Personen, gegen die wir „verloren“ haben bzw. die „stärker“ als wir waren.
Viele Menschen fühlen sich schon unsicher, wenn sie nur einer sehr selbstbewusst
auftretenden Person gegenüber stehen, weil sie Autorität und autoritäres
Verhalten nicht unterscheiden können.
75 %
der zu Mitbewerbern wechselnden Kunden stören sich an mangelnder
Servicequalität. Negative Erfahrungen werden doppelt so schnell weitergegeben
als positive („Bad news travel fast“). Aber: 95 % der verärgerten Kunden bleiben
Ihrem Unternehmen treu, wenn das Problem innerhalb von fünf Tagen gelöst wird.
Reklamationsmanagement
ist für viele Unternehmen immer noch ein Fremdwort. Die Folgen sind gestresste Mitarbeiter
und frustrierte Kunden, die sich vom Unternehmen abwenden. Dabei birgen die
Anrufe unzufriedener Kunden eine große Chance: So nah kommt das Unternehmen an die
(wenn auch negativen) Gefühle seiner Kunden nicht mehr heran. Hier besteht die
Möglichkeit, aus unzufriedenen loyale Kunden zu machen. Sie erhalten auf direktem
Wege Rückmeldungen über verbesserungsbedürftige Bereiche (insbesondere über die
Auftragsbearbeitung). Voraussetzung: Der Mitarbeiter erkennt und nutzt die im
Reklamationsgespräch mitschwingende Beziehungsbotschaft.
Worin
unterscheidet sich das Gesprächsverhalten von Männern und Frauen?
Über
das unterschiedliche Sprechverhalten von Männern und Frauen ist viel geforscht
und publiziert worden. Doch kaum eine Publikation geht über allgemein gehaltene
Empfehlungen hinaus, mit welchen Sprechtechniken Frauen den „Männerbonus“
wieder wettmachen können. Bekannt ist auch, dass das unterschiedliche
Sprechverhalten bereits von Kindesbeinen an durch die Vorbereitung auf die
typischen Rollenverteilungen gelernt wird. Die Sprache und Sprechweise lassen
weiterhin Rückschlüsse auf die unterschiedliche Schichtzugehörigkeit zu. Das
angelernte Verhalten setzt sich sowohl für Männer als auch für Frauen in
späteren Jahren fort und findet Ausdruck in der Sprache, im Sprechstil, in
Kompetenzanspruch und Dominanzverhalten.
Handlungsaufforderungen
(eng. Call to action) sind wichtige und alltägliche Mittel, um Menschen bei
ihren Entscheidungen zu unterstützen. Sie stellen Orientierungen auf dem Weg
zur Entscheidung dar.
Da viele Menschen nach Wegweisern und Anleitungen suchen, ist es legitim,
Menschen zum Handeln aufzufordern und Entscheidungswege vorzugeben, die ihnen
zeigen, wie sie vorgehen sollen.