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Vom öffentlichen Umgang mit Fehlern

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Nichts ist Personen aus Wirtschaft und Politik so wichtig wie eine hohe Glaubwürdigkeit. Dabei stellen wir uns Ehrlichkeit und moralische Integrität als durchgängige Charaktereigenschaften vor: entweder jemand ist glaubwürdig oder eben nicht. Tatsächlich hängt sie von der jeweiligen Situation ab.

 

Ist ein bestimmter Ruf jedoch erst einmal etabliert, entwickelt er eine Eigendynamik:  Ein guter Ruf ist schwer zu erwerben, aber leicht zu verlieren. Ein schlechter Ruf ist dagegen leicht zu erwerben und schwer wieder loszuwerden. Es gibt in Deutschland nur wenige Lichtgestalten mit einem "Heiligenschein", der es ihnen erlaubt, kleinere und auch größere Patzer schadlos zu überstehen. Dazu zählen bspw. Helmut Schmidt oder Franz Beckenbauer.

 

Alle Anderen müssen vor allem dann um ihren guten Ruf besorgt sein, wenn sie öffentlich bestimmter Verfehlungen bezichtigt werden. Dann kommt es zum Kampf um die öffentliche Meinung. In der Politik sieht das zu 99 % so aus: Es wird erst geschwiegen, dann dementiert, anschließend das zugegeben, was einem bereits nachgewiesen wurde. In einer öffentlichen Erklärung wird dann die "Hexenjagd" bzw. einseitige Berichterstattung kritisiert, um sich dann mit gewundenen Formulierungen halbherzig zu entschuldigen. Das Ende wird dann mit einer hektisch herbeigerufenen Pressekonferenz besiegelt: Rücktritt!

 

Warum tun sich öffentliche Personen so schwer damit, Fehler zuzugeben? Zunächst einmal erfordert dies zweifellos Mut und Charakterstärke. Dazu kommt die Angst vor den Konsequenzen. Dabei könnten diese durch ein rechtzeitiges Krisenmanagement abgemildert werden. Sozialwissenschaftliche Studien haben bewiesen: Firmen und Einzelpersonen, die einen Fehler frühzeitig zugeben und einen stimmigen Maßnahmenplan anbieten, schneiden in der öffentlichen Wahrnehmung besser ab als jene, die lange zögern und die Schuld abstreiten bzw. auf externe Faktoren (z.B. Medien, Wetter, Missverständnisse) schieben. Sie beweisen mit ihrer Einsicht, dass auch sie nicht perfekt sind und darüber hinaus die Kontrolle darüber haben, das Thema aus der Welt zu schaffen. Beides wirkt sich positiv auf das ramponierte Image aus.

 

Wer weiß, wo bestimmte Spitzenpolitiker heute stehen würden, wenn sie diese Erkenntnis berücksichtigt hätten...

 

TIPP: Übernehmen Sie die Verantwortung aus Fehlern!

 

aus: Diabolische Rhetorik - Link: Seminarinhalte

 
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